Kultur und Kunst der
Nordwestküste:
Die von tiefen Fjorden zerschnittene Küstenlandschaft der
Nordwestküste umfasst den gesamten südlichen Teil Alaskas und
erstreckt sich über Britisch Kolumbien bis zur Nordgrenze
Kaliforniens. Das steil abfallende Küstengebirge mit seinen
undurchdringlichen Wäldern drängte die Menschen in die schmalen
Küstenstreifen am Pazifischen Ozean. Dabei wurden nicht nur die
Ufer der weit ins Land reichenden Meeresarme als Siedlungsplätze
genutzt, sondern auch die vielen kleinen und großen Inseln, die
der Küste vorgelagert sind.
Die Küstenregion bot den Menschen einen ungeheuren Reichtum an
Nahrung und Rohstoffen. Die Grundlage der Ernährung bildete der
Lachs, dessen Fleisch getrocknet und geräuchert als Wintervorrat
diente. Dieses Nahrungsangebot wurde durch andere Fluss- und
Meeresfische ergänzt.
Die Ernährung war damit für das ganze Jahr gesichert, und dies
ermöglichte eine Siedlungsweise in festen Dörfern, die aus
großen stabilen Häusern aus Zederholz bestanden. Die so genannte
Rotzeder (Thuja plicata) aus der Familie der Zypressen lieferte
das Material für den größten Teil der Kulturgüter, die an der
Nordwestküste hergestellt wurden.
Der von der Natur gebotene Reichtum ermöglichte die Bildung
einer Gesellschaftsform, wie man sie sonst nur von bäuerlichen
Kulturen kennt. An der Spitze der Hierarchie standen die mit
erblichen Privilegien ausgestatteten Dorfhäuptlinge, gefolgt von
ihren engeren Verwandten und dem gewöhnlichen Volk. Die unterste
Schicht bildeten die Sklaven, die meist Kriegsgefangene waren.
Durch Reichtum oder besondere Verdienste konnte man in die
nächst höhere Klasse aufsteigen.