Inuit-Skulpturen der neueren Zeit
Die Klima-Abkühlung im 16.
Jahrhundert bedeutete das Ende der Thule-Kultur. Etwa
gleichzeitig kam es zu ersten Kontakten mit Weissen. Die Inuit
begannen, mit Walfängern, Missionaren und anderen Europäern
Tauschhandel zu treiben. Tierskulpturen, Elfenbein-Nachbildungen
von Werkzeugen und anderen Gegenständen aus Europa wurden zu
beliebten Tauschobjekten. Die ersten Jahrhunderte dieses
Kontakts mit Europäern werden gemeinhin als Historische Periode
bezeichnet. Die Inuitkunst der Gegenwart begann Ende der
vierziger Jahre dieses Jahrhunderts. Als die kanadische
Regierung erkannte, dass das Kunsthandwerk der Inuit -
insbesondere die Steinarbeiten - einen potentiellen
Wirtschaftsfaktor für diese Menschen darstellte, entschloss sie
sich, die künstlerischen Bemühungen zu fördern, dabei aktiv
unterstützt durch die Hudson’s Bay Company und die Canadian
Handicrafts Guild. In den 50er und 60er Jahren des letzten
Jahrhunderts entstanden in den meisten Siedlungen des hohen
Nordens Konsumgenossenschaften (co ops) unter Leitung der Inuit
selbst, und im südlichen Kanada wurden Vertriebsagenturen für
Inuit-Kunst gegründet. Heute bildet das Schnitzen von Skulpturen
in vielen abgelegenen Inuit-Siedlungen der Arktis eine wichtige
und dringend benötigte Einkommensquelle; darüber hinaus hat sich
die Inuit-Kunst auf dem Kunstmarkt ein internationales Ansehen
verschafft.