Die prähistorische Kunst in der Arktis
Die kanadische Arktis ist seit
mindestens 4000 Jahren von Menschen bewohnt. Die ältesten
grösseren Funde von figürlichen Kunstwerken schreibt man heute
der Dorset-Kultur zu. (ca. 600 v.Chr. bis ca. 1000 n.Chr.). Die
aus Knochen, Walross- Elfenbein und Holz bestehenden Gegenstände
stellen Vögel, Bären und andere Land- und Meerestiere sowie
menschliche Gestalten, Masken, Miniaturmasken und
Gesichtergruppen dar. Es wird angenommen, dass diese Dinge eine
bestimmte magische oder religiöse Bedeutung besassen, als
Amulette getragen wurden oder in schamanischen Riten Verwendung
fanden.
Die unmittelbaren Vorfahren der heutigen Inuit gehörten zur
Thule-Kultur; sie wanderten um 1000 n.Chr. aus dem nördlichen
Alaska ein und vertrieben oder vernichteten die ältere Dorset-Bevölkerung.
Die Thule-Kunst basierte auf den aus Alaska mitgebrachten
Prototypen. Es gibt einige Darstellungen von Menschen und Tieren,
in erster Linie jedoch handelte es sich um die grafische - d.h.
zwei- dimensionale - Verzierung von Gebrauchsgegenständen wie
Kämmen, Nadelbüchsen, Harpunenknebel und Spielen. Die
eingeritzten dekorativen oder figürlichen Zeichen scheinen keine
religiöse Bedeutung gehabt zu haben.